Nicht nur touristisches Highlight in Aachen
Aachener Rathaus von außen
Erbaut als Zeichen der bürgerlichen Freiheit auf den Grundmauern eines karolingischen Palastes im 14. Jahrhundert hat das Aachener Rathaus einen festen Platz als Ort der Königskrönungen in der frühen deutschen Geschichte.

Mit dem Bau hatte die Aachener Bürgerschaft unter der Leitung des amtierenden Bürgermeisters Gerhard Chorus 1330 begonnen, wobei der Granusturm aus der Zeit Karls des Großen übernommen wurde, die Fertigstellung gelang 1949. Da das Königshaus jedoch, Zugeständnisse einforderte, mussten sich die Bürger dazu verpflichten, einen Saal für das festliche Krönungsmahl einzurichten.

Dem großen Stadtbrand von 1656 fielen ein Teil der Dächer und Türme zum Opfer. Diese wurden 1748, im Zuge der Vorbereitungen zum Aachener Frieden, im barocken Stil wieder aufgebaut, wobei auch das Innere des Baus den jeweiligen Zeitgeschmack übernahm. Im 18. Jahrhundert folgte der Umbau vom gotischen Bürgerhaus zum barocken Stadtschloss, davon zeugt heute noch der Stil des Sitzungssaales und des Weißen Saales.

In der Mitte des 19. Jahrhunderts begann man, das Rathaus nach und nach in seinen ursprünglichen Zustand zurück zu versetzen und mit neugotischen Gemälden, Skulpturen und Reliefs auszustatten. Die Fassade, die dem Markt zugewandt ist, zeigte stolz Karl den Großen, 50 Könige, kurfürstliche Wappen, Symbole der mittelalterlichen Zünfte und Motive des Christentums. An der Südseite erbaute man einen Treppenaufgang.Bei einem weiteren Brand 1883 verbrannte erneut ein Teil der Dächer und Türme. Der Abschluss der Restaurierung erfolgte 1902.

Während des letzten Weltkrieges musste der imperiale Bau wieder dran glauben. Den Bombenzerstörungen konnten nur drei Gewölbefelder trotzen. Mit den Restaurierungsarbeiten begann man am Ende der vierziger Jahre, wobei man sich vor allem auf die statische Sicherung und den Wiederaufbau der zerstörten Teile konzentrierte. Eine weitere Restaurierung und Neugestaltung der Innenräume erfolgte erst gegen Ende der siebziger Jahre.

Heute findet man im Rathaus die Ausstellung der originalgetreuen Kopien der Reichskleinodien aus der Wiener Weltlichen Schatzkammer, die an die Königskrönungen, die zwischen 813 und 1531 stattfanden, erinnern. Darunter findet man auch eine Handschrift aus der Zeit Karls des Großen, das sogenannte Reichsevangeliar, sowie das Schwert Karls des Großen, die Reichskrone und den Reichsapfel. Wer sich für Historienbilder aus der Zeit der Romantik sowie Fresken des Aachener Künstlers Alfred Rethel interessiert, wird sich im Reichssaal sicherlich mehr als nur wohl fühlen.